Tucson, die Zweite

Die Sonne geht auf in Tucson, Arizona.

Wir wachen entspannt in Ryans Bude auf. Er hat uns für zwei Nächte die Betten gemacht. Es ist bereits drückend warm – die Klimaanlage läuft und die Netzhaut beschlägt beim Öffnen der Tür. Bis zu G.Rags Lieblingsgetränk Hoachata (ein mexikanisches Reismilchgetränk mit Zimt) und einem Tecate aus der Dose (never without lemon) hermanen wir durch die Sonne Tucsons.

Frühstück in der 4th street, alle Häuser sind bunt, der BlackRider kann sich gerade noch aus einem der vielen Tattoo Shops retten und überlegt statt dessen heilende Kräuter oder zumindest etwas schönes aus dem Organic Store zu kaufen. Vor lauter Andersartigkeit im großamerikanischen Vergleich klaut er dem G.Rag ein Stück Ananas aus dem Joghurt.

Überall wo wir bisher waren kennen die Leute das Plush. Mal sehen, was heute passiert. Wie bei uns daheim hat man auch hier schon vor Wochen vorausblickend abgewiegelt, es sei ja ein Mittwoch. Lieber gleich mal den Ball flach halten.

Schon am Vorabend wollten wir in den Chicago Music Store gehen, der uns mit Massen an alten Instrumenten letztes Mal beeindruckt hat, besuchen. Leider macht er um 6 Uhr abends schon zu. Aber am nächsten Tag hat es hohen Besuch. Vielleicht versuchen wir es nochmal.

Und was liegt klarer auf der Hand, als dass die Zwei Hermanns Herman treffen? Also CD und Rufer Buch als Geschenke eingepackt, weltmännische Mienen aufgesetzt und los zur Präsentation der Autobiographie des Scorpionsdrummers geeilt. Er ist von dem Zufall begeistert, wir unterhalten uns über den Tourneealltag, Bücher und seine Präsentationsreise. Leider fährt er bereits am gleichen Tag weiter Richtung ‘Fönix’ und kann nicht zur Show kommen. Aber unsere Wege werden sich nochmal kreuzen (zumindest fahren wir hier in Amerika noch einige Male aneinander vorbei), wir sehen gespannt einer gemeinsamen musikalischen Zukunft entgegen. Er wohnt übrigens in Planegg. Vielleicht sehen wir uns auch dort.

Das Plush ist ein richtiger Club. Es gibt eine große Bühne mit einer echten Anlage. Mischen müssen wir uns allerdings selber aber wir haben viel Zeit und feilen an einem überzeugenden Sound.

Die Gäste sind spärlich, zumindest verlieren sie sich in dem großen Raum. Wir spielen zwei Sets und schaffen es, die Leute nicht nur zum Bleiben zu bewegen, sondern fangen Sie mit unseren Geschichten, bringen sie zum Lachen und Mitsingen. Durch den Raum wandelnd singen wir zum Abschluß ‘Plenty More’. Balsam für die Seele dieser Abend.

Ben, der bereits vor zwei Jahren mit uns spielte singt noch im Red Room. Wir nehmen einen Mitternachtsdrink dort. Er war gerade mit Bob Log auf Tournee und hatte ihn angerufen, ob er nicht zu unserer Show kommen wolle denn er ist in der Nähe bei seinem Vater. Seine Mailbox hilft uns nicht weiter aber wir waren immerhin schon ganz nah dran. Wir gehen beruhigt schlafen. Schön ists in Tucson.

21. November 2011 - Dos Hermanos, Tourtagebücher

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