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16. Juni 2010 Ungern verlassen wir unsere Luxusabsteige.
Der einzige Trost ist, dass wir uns aufmachen in Richtung Rom. Der BlackRider war noch nie in der Stadt der Gladiatoren, Caesars Weltreich und Brutus' schlechten Gedanken. Wir unterhalten uns lateinisch. Unsere Erwartungen hinsichtlich der Fußballnation Nummer eins wurden bisher bitterlich enttäuscht. Keine Fahnen an den Autos und auch sonst wenig Flaggen. Dafür sogar an den Raststätten: Der Woaz. Wie er blüht und gedeiht in den Abgasen der Weltreisenden. Der wahre Duft und Geschmack der weiten Welt. Nach aufregender Fahrt auf der Europastraße 45, einmal quer durchs Land, schlechter Zustand, dafür aber for free, ist es soweit: Dos Hermanos ante portas... Wir schlängeln uns durch 'grande casino' Verkehr, erst einmal halb drumrum und dann mitten hinein. Böser Lärm. So heißt der Club. Hier gibts einen Keller mit großer Bühne, wir aber werden oben spielen, in der Kneipe. Die ist vollgestopft mit Nippes und Kleinkram. Nach einem schweißtreibenden Konzert vor begeistertem, doch kleinem Publikum, treffen wir wieder mal einen Zuhörer, der uns bereits auf Sardinien beim Here-I-Stay-Festival sah. Er ist den Tränen der Begeisterung nahe, als er uns sagt, wir wären die besten Musiker, die er je live gesehen hat. Die bescheidenen Hermanos lächeln verständnisvoll. Mit stolzgeschwellter Brust. Außerdem hören wir, dass wenn wir auf der Bühne italienisch sprechen, klingen wie der Papst.
Dead Music Dj set. Oft legen sie mit VHS Kassetten auf. Fabrizio nimmt heute CDs und macht einen ausgezeichneten Sound. Er hat gefragt, ob er nach unserem Konzert auflegen darf und für uns im Vorfeld Flyer gebastelt und auch sonst wie wild geworben. Mit keinem allzugroßen Erfolg, wie gesagt, aber es liegt wohl am Wetter, weils heiß ist. Massimiliano (Maxl) ist der Wirt der Lokalität. Hier gibt es auch ein one man band Festival, mit 10 one man bands an einem Abend auf zwei Bühnen. Bob Log III. soll 500 Zuschauer gehabt haben in Rom. Maxl tritt unter dem Namen 'belly hole freak' selbst als one man band auf. Er läutet ab und zu seine Glocke während wir spielen und verabschiedet sich bis zum nächsten mal, 'maybe not in June'. Rom haben wir im Sturm erobert, soviel steht fest.
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