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Tag 15 in Amerika – letzter Tag der Tournee Auch heute haben wir nur eine vergleichbar kleine Strecke vor uns und passieren gemütlich einige historisch bedeutsame Orte, die von Einwanderern mit großen Namen zeugen.
Nicht nur im Gegensatz zur zurückgelegten Strecke ist der Name des Spielort unserer Abschlußshow groß, ja geradezu gigantisch. Gillman Street ist ein Urgestein selbstverwalteter Kultur in Amerika und ein Begriff in der ganzen Welt. Ehrfürchtig, man hat uns schon daheim so viel erzählt, nähern wir uns. Inklusive Frau Melberg spielen heute 5 Bands. Und es ist eine all ages show. Heißt startet früh, ist früh vorbei und es gibt keinen Alkohol. Den wiederum gibt’s hier nie aber sonntags starten die Konzerte darüber hinaus auch noch um 5. Natürlich gibt’s Verspätung und die erste Band steht um kurz vor 6 auf, halt, nein, vor der Bühne. Sourpatch aus San Jose. Wunderbarer Pop allerdings hier schlecht gemischt und man kann die Stimmen kaum hören. Auf Myspace klingen die wirklich wunderbar und sie waren so nett zu uns! Wir dürfen auf der Bühne spielen, nach 'Fischer'. Auch zweimann, Gitarre und Schlagzeug mit einem so unglaublichen Schlagzeuger, dass ich sehr stolz bin, seinen Stimmschlüssel und seinen Hocker benutzen zu dürfen. Das Tier aus der Muppet Show wäre vor Neid erblaßt. Und dann wir auf die Bühne, es ist ca. 7 Uhr abends und ungefähr 30 Leute sind da. Gut, dass Stagediving verboten ist, wer hätte denn bei so wenig Menschen die springenden alle auffangen sollen? Aber alle sind aufmerksam und stehen ganz nah bei uns, sodass unsere Sprüche voll aufgenommen werden. Wunderbare Leute, begeistert oder zumindest solidarisch. Wir geben alles, wie man an den vor Schweiß glänzenden Gesichtern unschwer erkennen kann. Alle sind auf unserer Seite und fiebern mit den Germans mit. Es ist ein Riesenspaß und fast vergessen wir, dass es die letzte Show unserer unglaublichen Tour durch den Westen der USA ist. Noch von der Bühne weg verschenkt human Beatmachine G.Rag seine Eimer. Hier wieder mal ein Beweis, dass Baumarktware wirklich nur für den kurzzeitigen Einsatz unter nicht allzu hoher Belastung geeignet ist. Wehmütig entreißen wir dem neuen Eimerbesitzer unseren Tourbucket für ein letztes Abschiedsbild am Merchandisestand. Hier sieht man noch zwei LPs herumliegen, unsere letzten, die nur wenige Minuten später den Besitzer wechseln. Ausverkauft. Bei der Abrechnung, die kollektiv unter Anwesenheit jeweils eines Bandvertreters stattfindet, verzichten Fischer und Sourpatch auf ihre Gage zugunsten Rose Melberg und den Dos Hermanos, weil die von so weit herkommen. Ob wir unseren Heimflug bereits verdient hätten, auf unserer Tournee, werden wir gefragt. Auch die Gilmanstreet will, dass wir wiederkommen. Wir essen unglaubliche Mengen Pizza und schlafen im Motel. Nach Musikaliengeschäfteerkundungen in Berkeley und Oakland überqueren wir zum zweiten Mal die Brücke nach San Francisco. Für die Dos Hermanos heißts jetzt: Urlaub. Was sollen wir nur den ganzen Tag tun, ohne Autofahren und Konzerte? >>Nachtrag >> Tag 1 | Tag 2 | Tag 3 | Tag 4 | Tag 5 | Tag 6 | Tag 7 | Tag 8 | Tag 9 | Tag 10 | Tag 11 | Tag 12 | Tag 13
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