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Siebter Tag in Amerika

Tag 8 in Amerika

 

 

So. Wir müssen Phoenix den Rücken kehren.

Erneut durch die Wüste, allerdings diesmal auf der Südroute. 100 Grad Außentemperatur sehen beeindruckend aus. Sind auch beeindruckend!

 

In diesem Haus haben wir unsere Tage in Phoenix verbracht. Wir haben mit unseren wunderbaren Gastgebern Jay und Tabby und Ihren Kindern Molly und Milly eine wunderbare Zeit verlebt und tatsächlich quetscht sich zum Abschied eine kleine Träne aus dem Augenwinkel. Da können noch so viel Pläne geschmiedet, Reisevorbereitungen eingeleitet und Geldbeutel inspiziert werden - ob man sich tatsächlich wiedersieht?


Hilft aber alles nichts und wir biegen in die Wüste ein. Die Nacht war kurz, denn wir haben ungefähr 550 km vor uns und sind früh aufgestanden. Glücklicherweise hält das Land der unbegrenzten Möglichkeiten unbegrenzte Möglichkeiten bereit, wieder auf die Beine zu kommen. Und natürlich für jeden individuellen Anspruch. Werbeslogan: Party like a rockstar, get up like a postman. Oder so ähnlich.


Back to the desert. Wir folgen der mexikanischen Grenze und obwohl wir ja bereits alles gesehen haben, ist dieser Teil der Wüste noch trostloser als der andere. Und heiß.


Wir biegen von der Interstate auf einen normalen Highway ab, ein kleiner Umweg aber die Straße ist kleiner, es ist einsamer und die Weite dieses Landes bricht noch ungefilterter über uns herein. Außerdem hören wir mexikanische Radiosender und nichts paßt besser zur Umgebung als Ranchero music. Tubageblubber und schmachtende Gesänge tragen uns über den vor Hitze schimmernden Asphalt.


Und hier ist der Grund für unseren Umweg. Nachdem wir John und Joey in Tucson nicht getroffen haben, hier ein Foto am Eingang zu dem Ort, der ihrer Band den Namen gab. Wir fühlen uns den beiden sehr nahe, tatsächlich näher aber ist die mexikanische Grenze.


Und dann schrauben wir uns durch mondlandschaftsgleiche Steinhäufen auf immerhin ca. 4000 Fuß (ca. 1200 m) hinauf und mit einem Schlag wird’s etwas kühler und grüner. Wir nähern uns San Diego. Südwestlichster Zipfel der USA.


Hier erwartet uns eine Begegnung der besonderen Art. Joey Harris war mit den Beatfarmers bekannt und mehrfach in Europa und der ganzen Welt unterwegs. Er stellt sich als besonders freundlich heraus, hatte sich schon darauf gefreut, uns zu treffen, will uns gleich ein Bier ausgeben und selbstverständlich dürfen wir seinen Marshall Amp benützen, wovor wir uns allerdings ein wenig gefürchtet hatten, weil der doch so laut ist. Klappt aber ausgezeichnet.


Schöne Bar, die Bar Pink. Etwas dunkel. Vor allem, wenn man gerade 8 Stunden durch gleißendes Sonnenlicht gebraust ist.


Zweimal Anzug, einmal Bar Pink. Wir haben einen Nachmittagskaffe getrunken und trinken Stella Artois Bier (Toller Name für ein Bier).

Und dann passierts.

Wir machen natürlich den Support für Joey Harris und eröffnen den Abend um ca. halb elf. Es gibt jemanden, der sich um den Sound kümmert, wir werden diesbezüglich hervorragend umsorgt und können entspannt unser Set beginnen. Es sind nicht so viele Leute da, vielleicht 30. Innerhalb kürzester Zeit tobt die Menge, singt und lacht mit uns und überhäuft uns mit Applaus. Wir können uns danach erneut nicht vor Händeschütteln retten, wo man das doch wegen der Schweinegrippe gar nicht machen soll.


 

Joey Harris and the Mentals liefern eine super Show ab, sehr klassisches Trio, Gitarre, Schlagzeug, Bass. Gitarrensolos und sehr lange Songs wiegen uns auf Wogen des Southern Rock. Als er fertig ist springt er von der Bühne und besteht auf einem Foto mit den Hermanos. Er ist wirklich begeistert von uns und von dem, was wir machen.

 

 

Die Massen toben und die Mentals sind ebenso begeistert. Einige Zitate des Abends:

'You guys are awesome'

'You Guys are fucking awesome'

'You'll never hear anything like you do out here'

'If you came back, ADVERTISE, ADVERTISE! I don't wanna miss hearing you guys again'

Und Joey Harris schrieb in derselben Nacht folgende Nachricht an die Dos Hermanos via myspace:

 

There are a few very special people in our world - barely enough to count on one hand - who make us feel good that they are out there, doing music, art, poetry their way, and their way is so entertaining, and knowing they are out there, is such a joy.
Charles Bukowski made me feel that way. Joe Strummer. Tom Waits, Jeff Beck.
My buddy Mojo Nixon.
My dear friend Country Dick Montana was surely one, and I know he would have really dug Dos Hermanos.
I'm happy to have some new friends to add to my "Best" list.
Keep it rockin' boys,
Joey
 

Ich glaube, die Amerikaner neigen generell zur Euphorie. Aber es fühlt sich alles sehr gut an.

Videos on You Tube. Einfach nach Dos Hermanos Bar Pink suchen.

 

 

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Kommentare
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tbr  - dank   |21.10.2009 13:06:00
es ist früh morgens, kurz vorm ins bett gehen und ich werde mit glückwünschen
überschüttet. was für ein abschluß für einen tag auf der anderen seite der
welt.
Tom Tröte  - zum aufwachen   |21.10.2009 13:25:01
Alles alles Gute, lieber José!
nachbarschaft  - birthdaytoyou   |21.10.2009 14:57:48
herzliche glückwünsche, lieber Jörg.
falls Du in der ferne nich dazu kommst,
gerne geburtstagsfrisur to go abholen.
weiterschreiben, danke. *uli
Hoss  - Feliz Feliz   |21.10.2009 16:01:47
Alle Gute auch von mir lieber José!

Ich bin begeistert vom Tourtagebuch und
euren Erlebnissen und dem tollen Videointerview und freu mich sakrisch über
euer Einschlagen und die guten Vibes die ihr da am laufenden Band einsackt.
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