|
Tag 4 in Amerika Von Pomona aus haben wir's nicht weit, packen aber dennoch recht früh unsere Sachen, um mit ausreichend Zeit in Gepäck in 'Downtown LA' anzukommen.
Aufgeregt schlängeln wir uns auf dem Freeway mit gefühlten 28 Spuren durch rasende Amerikaner. Problemfrei schlüpfen wir die richtige Ausfahrt hinaus und sind mitten im Geschehen. Es regnet und die Los Angelaner sind genauso verstört wie wir, denn sie wissen – im Gegensatz zu uns – dass es hier seit Juni nicht geregnet hat. Einen Burger im Redwood Bar and Grill später ziehen wir nochmal durch den Nieselregen. Während G.Rag einen 'echten' Kaffee genießt, so mit Siebträger und so, schafft der BlackRider widerwillig nur die Hälfte von seinem tall cappucino im Starbucks. Manche Dinge, die man daheim meidet, sollte man sich auch im Ausland nicht angewöhnen. Und dann kam natürlich der Fall, nach dem Hochmut des Starruhmtaumels des ersten Konzerts. Die Hauptausrede der wenigen Anwesenden zieht den Regen als Übeltäter heran, weil die Leute sich bei Regen angeblich nicht Autofahren trauen. Nichtsdestoweniger liegen wir Delaney Davidson in den Armen, der hier mehrere Tage spielt und uns als Support eingeladen hat. Er spielt ergreifend wunderbar und bringt die wenigen Anwesenden zur Raserei. Wir eröffnen den Abend für Ihn und geben unser bestes. Wir spielen die Songs for the Ladies nur für eine anwesende Lady, nämlich für unsere örtliche Promoterin Norma. Wir werden sie nächste Woche wiedersehen, wenn wir hier mit den Honkys einen zweiten Versuch, auch die Massen von Los Angeles aus ihren Hütten zu locken, starten. Natürlich endet der Abend mit gemeinsam intonierten Songs und die inzwischen eingetroffenen, späten Gäste sind traurig nicht mehr von unserer Show 'gecatcht' zu haben. Sie waren vorher bei 'this other guy', Bob Dylan, der drei Abende in der gleichen Stadt spielt. Er selbst kommt diesmal nicht auf einen Absacker vorbei. Dafür schafft es sogar der weltgewandte Ulli Hallama auf ein Bier vorbeizukommen. Er ist fast extra aus Las Vegas angereist um uns hier zu sehen. Delaney und wir sind in jedem Fall glücklich uns gesehen zu haben und beschließen den Abend im Haus von Norma mit einem Tässchen Tee und Diskussionen über den Sinn des reisenden Musikerdaseins, Geld und Plattenveröffentlichungen. Unser Merchandisekontingent ist heute nicht geschröpft worden aber dafür sind wir menschlich schon wieder ein ganzes Stück weiter. >>nächster Tag>> Tag 1 | Tag 2 | Tag 3 | Tag 4 | Tag 5 | Tag 6 | Tag 7 | Tag 8 | Tag 9 | Tag 10 | Tag 11 | Tag 12 | Tag 13
|