|
Freiburg. Es ist sooo angenehm, wenn man als Band merkt, dass man gerne gesehen ist und willkommen geheißen wird. Die KTS stößt auf die unterschiedlichsten Reaktionen der hermanos, schnell sind wir allerdings mit der Welt versöhnt, als die Tanzgruppe Utopie im Regen balkanesk an uns vorbeischwebt. Wir lesen Schilder, dass Selbstverwaltung möglich ist, was wir bei uns ja bereits täglich sehen und somit bereits wußten. Ermittlungsausschüsse und ähnlich Diskussionsgruppen räumen das Café der KTS für uns, ein heller Platz im ersten Stock. Schnell aufbauen und dann, weil mit der eigenen Anlage: Einrauschen. Alle verlassen fluchtartig den Raum, bis Nobsl den guten Ton gefunden hat. Soundcheck heute mal anders. Jeder versucht sich an einem Instrument des anderen. Es gibt Stimmen, die dafür plädieren, dass der Chef den Soundcheck vielleicht bald alleine bewältigen kann. Die Bühne sieht ganz ausgezeichnet aus. Es ist Cafénachmittag und der Eintritt ist für diejenigen frei, die Kuchen mitbringen. Abendessen. Nadine kocht ausgezeichnete Pasta für uns. Natürlich vegan und statt mit Hackfleisch mit Soja. Kaum einer merkts und die Bolognese findet reissenden Absatz. Heute gibts eine Vorband. Mittelalterliche Tänze aber auch mal ein Walzer zum schwofen erfreuen die Ohren der hermanos und der wenigen Gäste. Hier bekommt der Begriff Kilometernummer (urspr.: langes Musikstück von Bob Dylan) eine ganz neue Dimension und die ein oder andere Melodie schraubt sich in die Ohren der Ausdauernden. Danach legt die Band ein ganz ausgezeichnetes Konzert hin und treibt den schmählich schwach gefüllten Saal zu Begeisterungsstürmen. Die Stimmung auf der Bühne ist äußerst ausgelassen, wir feiern mehr miteinander als mit dem Publikum. Es ist halb acht und das Konzert nach mehreren Zugaben bereits um halb 9 vorbei. Zum Glück, denn im Keller wirds später noch laut mit zwei lustigen Hardcorekapellen. Impressionen eines Abends in einem selbstverwalteten Kulturzentrum. Die Hermanos treiben sich auf Knüppelkonzerten herum... ....essen Vitamine... ...oder nehmen eine entspannte Dusche nach einem schweißtreibenden Abend. Manche spielen auch Karten und reden sich in Rage über die Regeln eines Schafkopfspiels unter den gegebenen Umständen. Und dann, nachdem alle es soweit hinausgezögert haben, wie möglich, legen wir uns schlafen. Jetzt haben wir bereits an den ersten beiden Tagen der Tournee die Extreme der Bandunterbringung geschmeckt. Sternemäßig sind wir uns noch nicht einig welche mehr bekommt. Hotelatmosphäre oder gemeinschaftsgefühlige Kuschligkeit. Was wiegt mehr? Na in jedem Fall wars ein ausgezeichneter Ausflug und wies aussieht werden wir in zwei Monaten wieder eine Reise nach Freiburg machen. Dank an unseren örtlichen Mentor Matze (hier im Bild der dritte von links, der Rest ist die Band) und bis zum nächsten Mal und los gehts auf der Reise durch den Schwarzwald auf dem Weg nach Tübingen.
|