Santa Cruz

Fluchtartig, nicht ohne ein Croissant in einer tatsächlich leckeren, französischen Bäckerei zu erstehen, rasen wir aus Monterey, wo uns der Erfolg fast zu Kopf gestiegen wäre.

Kaum 40 Meilen am Ozean entlang, durch die Gemüseäcker des Hauptanbaugebietes für Erdbeeren der USA, erreichen wir frühzeitig Santa Cruz. Verschlafen und hippiegeschwängert liegt der malerische Ort am Pazifik und sofort gehen die Uhren ein wenig langsamer, die Straßen schrumpfen, die Häuser und Gärten sind klein und herausgeputzt. Unser Lieblingscafé versorgt uns mit double Cappucino – wir lungern auf der Terrasse herum.

Nach ausgiebigen Plattenkäufen bei Streetlife Records, wo wir gefühlt erst neulich (vor ca. 2 Jahren) zwischen den Plattenregalen ein Nachmittagskonzert gegeben haben, streifen wir am Strand entlang und geraten in einen Surfercontest. Gestählte Körper pflügen in Neopren gehüllt durch die Wellen um die Wette.

G.Surf sieht sich sonnengebräunt Wellenkämme reiten – mit leicht federndem Gang flanieren wir durch den ‘Boardwalk’ von Santa Cruz. Die älteste Holzachterbahn der Westküste hat leider geschlossen. Im ‘Winter’ haben die Fahrgeschäfte und Genußbuden nur am Wochenende auf.

Nur im Spielsalon können wir uns ein wenig vom Tourstress ablenken. Erst als wir über Automaten stolpern, an denen man Gitarre, oder Schlagzeug spielen kann oder um Punkte singen und tanzen soll, treten wir lieber wieder ins Sonnenlicht und zurück in die Realität.

We need a ship…..

In der Blue Lagoon erwarten uns zwei Punkbands, die den Abend mit uns musizieren werden. Wir einigen uns darauf, zwischen beiden aufzutreten und warten. Alles verschiebt sich etwas nach hinten.

Culo a Boca eröffnen den Abend. Halloweenblutverschmiert powerpunken sie durch ihr Set. Sängerin und Sänger rasen, springen und fallen durchs Publikum. Dem BlackRider wird ganz Angst und Bange. Diese Show ist weder musikalisch noch theatralisch zu überbieten.

Wir machen unsere Sache dennoch gut. Die wenigen Gäste sind begeistert, selbst die Punkbands zollen uns Anerkennung und Lob. Wir übernachten bei Heather auf der Couch, die wir in Fullerton kennengelernt haben, die in Santa Cruz lebt und die eigentlich heute in der Blue Lagoon auflegen sollte. Dank an dieser Stelle für die Gastfreundschaft.

27. November 2011 - Dos Hermanos, Tourtagebücher

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