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Franz Xaver Bogner erhält heute für seine BR-Serie "München 7" den Grimmepreis. Die Münchner Band G.Rag y los Hermanos Patchekos, selbst nominiert, aber nicht unter den Preisträgern, machte den Soundtrack dazu.
Andreas Stäbler von G.Rag erklärt, wie das Münchnerische der Musik zustande kam.
Sie haben München vertont. Wie klingt München?
Bei uns klingt es wie eine Mischung aus trashigen, bayerischen, bisschen ruppigeren Sachen. Wir spielen Jazz, Folk, Country, Trash, Landler, Instrumentals, südamerikanische Standards. So ist das Spektrum schon recht groß. Wir bezeichnen unsere Musik immer als Carribean Folk Trash.
Wenn man jetzt Schubladen aufmachen wollte, müsste man also viele aufmachen? Ja, auch weil die Instrumentierung groß ist. Das ist ein Sammelsurium. Ein Bläsersatz, aber eben auch exotische Instrumente, karibisches Schlagwerk, Kinderorgeln, Kontrabass, Melodica, Akkordeon und Glump.
Was ist Glump?
Glump ist einfach Abfall. Der Hauptschlagzeuger spielt einfach auf einer Blechkiste, einem Aschenbecher, viel Metallabfall. Das ist Glump. Vor allem die Percussion ist zusammengebastelt aus Schrott und Altmetall und Röhren, die zum Klingen gebracht werden.
So entsteht Weltstadtmusik?
Weltstadtmusik ist nicht viel besser als Weltmusik. Und Weltmusik ist ganz schlimm.
Mal in einer Blaskapelle gespielt?
In einer Punkkapelle. Wir haben alle jahrelang Knüppellärm gemacht. Nur die zwei Trompeter spielen auch in einer bayerischen Blaskapelle.
Aber das Münchnerische klingt in "München 7" schon deutlich durch. Wie kommt das zustande?
Der Regisseur wollte urbane Musik haben. Wir haben versucht, uns von zu viel Landlertum abzusetzen. Aber ich bin hier aufgewachsen. Wir kennen Münchner Liedgut, die alten Blaskapellen und die Münchner Bohémekultur der 20er und 30er Jahre. Dadurch war für uns auch immer der Bezug zu bayerischem Liedgut da. So haben wir dann angefangen, das einzubringen. Wir wollten nicht bewusst bayerisch komponieren, aber wir haben einen Bezug zu bayerischer Musik. Es ist kein Schwerpunkt, aber durch die Bläser klingt's dann eben bayerisch.
Eine Blaskapelle, die, so ein Satz der Serie, "durch Vorwärtsbewegen verhindert, umzufallen"?
Ja, das ist ganz okay. Das Konzept der Serie und der Musik an sich ist schön offen, und Bayern und Münchnerisches gehören natürlich mit dazu. Schon weil die Serie münchnerisch ist. Nicht wie im Tatort, wo man den Mittleren Ring, alle Hochhäuser und die zwei letzten abgefuckten Schlachthofecken sieht. In "München 7" sieht München aus, wie es in der Innenstadt, am Viktualienmarkt ausschaut. Das ist ein absolutes Unikum. Es reden ja auch alle Mundart, Oberbayerisch, Schwäbisch, Niederbayerisch.
Ist das also der Trick, München zu vertonen? Urbanes zu spielen, aber mit Mundart?
Die Musik hat jedenfalls einen bayerischen Einschlag, der nicht unbedingt durch Taktvorgaben kommt. Es entsteht eben einfach so. Man macht sich nicht so sehr Gedanken darüber. Wenn man bayerische Musik eh mag, dann fängt man auch an, damit zu basteln.
SZ Interview: Klaus Raab
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