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Interkulturelle Blaskapelle: G.Rag y los Hermanos Patchekos Folgendes Szenario: Man hat keine Ahnung von dieser Stadt, will abends noch in einen Club und landet in der Registratur. Und plötzlich hat man eine neue Lieblingsstadt. Da sitzen elf bis zwölf Unterhalter um einen Chef geschart, was man plus minus eins auch aus der Bibel kennt, und spielen auf Klarinette, Tuba, Trompeten, und karibischem Schlagwerk bayerische Landler, während der Chef gleichzeitg nicht einmal vergeblich versucht, seiner Gitarre zu verklickern, das die Rock'n'Roll machen soll. G.Rag y los Hermanos Patchekos heißt die Band. Ja: Es ist eine bizarre Veranstaltung. Und ja: Da geht einiges. Münchens interkulturellste Blaskapelle spielt Jazz, Landler, Spaghetti-Western, Blues, und alles auf Bayerisch. Die Musiker tauschen zwischen den Stücken Plätze wie bei der "Reise nach Jerusalem". G.Rag, der Chef, der manchmal, wenn er gerade Plattenladen und -firma führt, Andi Staebler heißt, plärrt "Mille grazie" ins Megaphone. Die Reinheit des bayerischen "Mir san mir" ist dabei gerade noch gut genug um sie in der Pfeife zu rauchen. Vielleicht vermitteln G.Rag y los Hermanos Patchekos das sympathischste vorstellbare Bild von dieser Stadt: "Mir san mir", aber für alle, dreckig, mit Herz und krudem Humor. Insofern ist es perfekt, das G.Rag und Co. die Musik zur dreckig-herzlichen Fernsehserie "München 7" eingespielt haben. "Baast", heißt es in der Presseinfo zum Soundtrack. Auf deutsch: Es gefällt allerseits. Stimmt. Weil München auch nur eine Frage der Haltung ist. G.Rag spielen die Registratur schummerig. Das nicht jeder Ton unschief ist: Baast. Alles eine Frage der Haltung eben. Noch ein Calypso-Landler. "Da capo", ruft am Ende einer im Publikum. Freilich, Klassik auch noch. "Mille Grazie", sagt G.Rag. Freilich, selber grazie. Baast. KLAUS RAAB SZ, 17.Dez. 2004, Münchner Kultur
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