Phoenix


Nach einem Frühstücksbagel, von dem man sich und seine Familie daheim eine Woche ernähren kann, reißen wir uns selbst aus der Gemutligkeit Tucsons und legen die Reifen unseres Reisemobils auf den bereits heißen Asphalt.
Die Mittagssonne sticht, als wir auf der Suche nach legendären Flugzeugfriedhöfen abbiegen und auf staubigen, einsamen Straßen durch die Wildnis, Mobilehomesiedlungen und schrottgeschwängerte Vorgärten rollen. Wir finden eine Tankstelle, bevor die Panik, am Straßenrand mit einer Panne zu vereinsamen überhand nimmt und schließlich den Air Park. Der nette Officer am Pförtnerhäuschen schaut uns allerdings nur mitleidig an, erklärt uns, dass diese Einrichtung der Armee nicht öffentlich zugänglich ist, wir aber auf dem gelände immerhin einen U-Turn machen dürften.

Also füllen wir unser Kühlwasser am nächsten Rastplatz auf…..

….stärken uns mit landesüblichen Zwischendurchnahrungsmitteln. Dem BlackRider gefällt besonders, die Zukunft der Etikettierung zu sehen. Während bei uns doch noch manchmal erkennbar ist, dass sich irgendeine künstliche Zutat eingeschlichen hat, ist hier warnend vermerkt: ‘Made With Real Cheese!’

Wir studieren dazu die Umgebungskarten und finden Tuba Wastls heimlich angelegten Altersruhesitz.

Tabby, Jay, Molly und Milly begrüßen uns in Ihrem neuen Haus als ob wir nie weggewesen wären, sondern wie so oft zum Abendessen kämen. Wir sitzen im Garten, gehen mexikanisch essen. Schließlich machen wir uns auf den Weg zur Ice House Tavern. Die Bar eines Eiyhockeystadions hinter einem Einkaufscenter. Trotz intensiven Nachdenkens gelingt es den beiden Hermanos nicht, ein noch größeres amerikanisches Clichée zu nennen. Wir sind sehr aufgeregt.

Tatsächlich kann man also hier an der Bar sitzen und den lokalen Eishockeygrößen beim Training zuschauen. Dazu ein kühles Bier, zum Beispiel dunkles, hochprozentiges ‘Turbo Dog’, in dem angeblich auch Koffein ist, zischen.

Langsam schließen sich unsere vor Verblüffung offenen Münder und wir lauschen Lonna Kellys Wüstenimpressionen. Nachdem dann Monophonic Hillside zur beruhigend Kreise ziehenden Eisglättemaschine singen erklimmen die Dos Hermanos die nicht vorhandene Bühne und versetzen ihr 15 köpfiges Publikum in Rage. Wir sind seit 10 Minuten fertig, als noch mal alle zum Singen ansetzen und den BlackRider hochleben lassen. Fern von zuhause heißt es Geburtstag feiern. Wir sitzen im Garten und trinken noch ein Bier. Es ist ungefähr zwei Uhr nachts und immer noch ein kurzärmeliges Gefühl.

22. November 2011 - Dos Hermanos, Tourtagebücher

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