No Country for Old Men: Irrigators, 4 Shades & Caroline Now

No Country for Old Men Festival am 26.11. im Unter Deck. Flyer: Nele Schütz

No Country for Old Men: Irrigators, 4 Shades & Caroline Now live im Unter Deck am 26.11.2014

Etwas Elefantensülze? Oder doch lieber Rock’n'Roll? No Country for old Men ist das kokette Motto diese kleinen Festivals, bei dem zwar vornehmlich Herren jenseits der Dreißig an Bass Gitarre und Schlagzeug agieren, und ja, irgendwann fängt man an sich für Countrymusik zu interessieren. An diesem Abend allerdings weniger, sondern eben: Rock’n'Roll?

Es rumort im Münchner Underground. Indie-Gitarren-Rock-Szene ist wieder da, die ohne nerviges Hipness-Gedöns. Drei frische Bands im Unter Deck, 40 Minuten pro Set. So verschieden die Bands im Einzelnen auch sein mögen, sie verbindet ein tiefes Verständnis davon, wie ihre Musik klingen soll. Musik ist mehr als Pose, ist Ausdruck und Lebensgefühl. Zwischen Singer-Songwriter, Folk, Indie, Surf, Blues und Post-Punk arbeiten sie an ihrer Bandidentität, an ihrem Sound. Vorbilder und Einflüsse gibt es natürlich, aber sie sind nur der Ausgangspunkt für eigene Erkundungen.

4shades live im Theatron Photo: G.Rag

4shades – Brainchild des Münchner Veranstalters Ivica Vukelic (Club2), hervorgegangen aus dem Projekt 3 Shades of Blues begibt sich Gitarren- und Klangfanatiker Vukelic direkt in die Schnittmenge von Folk, Indie, Blues & Pop und zelebriert gekonnt zurückhaltend die Kunst des großen Songs. Wie Velvet Underground oder Sonic Youth, wenn sie nicht weird und lärmig sind, sondern gefallen wollen. Und plötzlich hört man ein völlig neuartiges Arrangement eines obskuren Go-Betweens-Songs. ABohemian Guitar Sweetness …

1st Show: Caroline Now in der Glocke!

CAROLINE NOW mögen es, wenn die Gitarren quengeln und drängeln. Und sie sind “sucker for a good melody”, die im Ohr bleibt. Vier Musikverrückte mit einer Vergangenheit von Grunge, Punk, Folk und Indie-Rock haben eine Basis und einen Sound gefunden, auf den sie sich einigen können. Es darf noisig werden, es darf leise werden, es darf rumpeln und es darf galoppieren, vor allem aber muss es dem Song dienen. Denn im Prinzip ist das alte Songwriterschule Marke Jeff Tweedy oder Jonathan Richman. Keep it simple, keep it real. Sonst ist alles möglich. Von Garage-Rock Marke Black Lips oder den Parquet Courts bis zum klassischen Indie-Rock in Tradition von Yo La Tengo, den Pixies oder den Flaming Lips. Einflüsse gibt es genug, entscheidend ist, was man draus macht.

The Irrigators. 1st Show in Rott am in. Photo: G.Rag

THE IRRIGATORS – Vier Schulfreunde finden nach über 20 Jahren zu einer Band zusammen und machen musikalisch genau da weiter, wo sie Anfang der 90er aufgehört haben: Mit Indie-Rock, Punk, Hardcore. Kennt noch jemand Bullet Lavolta, Mission of Burma, Hüsker Dü? Oder Labels wie SST, Sub Pop und Dischord? Kaum frisch zusammen, haben sie auch quasi schon einen Deal, wo sonst: Hier bei Gutfeeling Records.

8. November 2014 - 4shades, Konzerte, The Irrigators